Frank Haubold … aus der sächsischen Provinz zum Mars

Franks Weg als Schriftsteller begann typischerweise als Leser und Fan des Phantastischen. Wobei besonders Ray Bradbury als großer Einfluss auf spätere Werke zu nennen ist. Aus einem, bereits in frühen Jahren entstandenen, „das will auch können“-Wunsch erwuchsen seit 1989 vier Romane, sowie an die fünfzig Kurzgeschichten und Erzählungen, von denen ein gutes Dutzend für Genrepreise nominiert- und teilweise auch ausgezeichnet wurden.

Dabei fanden seine ersten Erzählungen ihren Weg in die Öffentlichkeit eher zufällig, wie der Autor erzählt: „In den frühen 90er Jahren erschienen einige meiner Texte innerhalb der „Literaturwerkstatt“ in der Wochenendbeilage der „Freien Presse“ und erreichten so ein breiteres Publikum.“ Kurz darauf veröffentlichte er dann bereits eine Story in einer Anthologie des Chemnitzer Verlags.

Myra: Wie kam es, dass Du Dich für das Genre „Phantastik“ entschieden hast?

Frank: Die „Initialzündung“ war sicherlich meine Begeisterung für SF-Autoren wie Ray Bradbury, Stanislaw Lem oder Robert Sheckley, mit deren Werken ich schon in den 60er und 70er Jahren erste Bekanntschaft schloss. In der ehemaligen DDR waren diese Bücher – wenn überhaupt – nur „unter dem Ladentisch“ oder in Bibliotheken erhältlich, was meine Faszination für diese Art Literatur eher noch verstärkte. Dem jugendlich-naiven „So etwas möchte ich auch schreiben können!“ folgten nach dem Mauerfall erste schriftstellerische Versuche in dem bis heute andauernden und vielleicht illusorischen Bemühen, diesem Anspruch wenigstens ansatzweise gerecht zu werden.

Welches Deiner Bücher würdest Du Lesern, die Deine Werke noch nicht kennen, zuerst empfehlen?

Das ist eine schwierige Frage, denn natürlich hängt das Herz eines Autors immer an dem, was er zuletzt geschrieben oder veröffentlicht hat. Dennoch würde ich gerade dem nicht ausschließlich auf Science Fiction fixierten Leser den Storyband „Odyssee in Rot“ empfehlen, der den Planeten Mars auch als Projektionsfläche für durchaus irdische Probleme und Verhaltensweisen nutzt.

Odyssee in Rot


Trotz aller Fortschritte der modernen Wissenschaft umgibt den Planeten Mars nach wie vor eine Aura des Geheimnisvollen. Wohl nirgendwo sonst sind Fakten, Legenden, Sehnsüchte und Träume so dicht ineinander verwoben wie in den Werken ganzer Schriftstellergenerationen über den roten Planeten. Der vorliegende Band fasst nun erstmals sämtliche eigenständigen Marsgeschichten von Frank W. Haubold aus den letzten fünfzehn Jahren zusammen, die ihre Inspiration durch Ray Bradburys legendäre »Mars-Chroniken« nicht verleugnen, darüber hinaus jedoch auch eine Brücke schlagen zu den Herausforderungen und Konflikten des 21. Jahrhunderts. – Hier kaufen!

Welches von Deinen Büchern ist Dein „Lieblingskind“ und warum?

Das ist zweifellos der 2007 erschienene Episodenroman „Die Schatten des Mars“, der mich von der Idee bis zur Veröffentlichung gut zehn Jahre beschäftigt hat, was allein natürlich noch kein Qualitätsmerkmal darstellt. Dennoch kann ich meine Beziehung zu diesem Buch nicht besser ausdrücken, als ich es im Nachwort getan habe: „Ich habe lange, vielleicht zu lange, an diesem Buch geschrieben und weiß längst nicht mehr, ob es mir nun gelungen ist oder nicht. So bleibt mir nur die Hoffnung, dass der Leser wenigstens für einen Moment jenes selbstvergessene Staunen nachempfinden kann, das dem Jungen von damals den Traum vom Schreiben eingepflanzt hat.“ Da die Hardcoverausgabe seit einiger Zeit vergriffen ist, gibt es nunmehr parallel zum eBook eine preisgünstige Taschenbuchausgabe. Der Roman wurde übrigens 2008 mit dem Deutschen Science Fiction Preis ausgezeichnet.

Die Schatten des Mars


Dies ist die Geschichte von Martin Lundgren, dem Raumfahrer, und seiner Suche nach der gläsernen Stadt, einem mystischen Ort tief unter der Oberfläche des Mars, an dem die Grenzen zwischen Vergangenheit und Zukunft verschwimmen. Es ist aber auch die Geschichte von Lena, der Primaballerina, die bei einem Attentat beide Beine verliert und dennoch zur ersten Tänzerin zwischen den Welten wird Und es ist die Chronik der Besiedlung des roten Planeten, die hoffnungsvoll beginnt und in einer Katastrophe endet. – Hier kaufen!

Welches Deiner Werke sollte man noch lesen?

Im Bereich Science Fiction auf jeden Fall den aktuellen Zyklus „Götterdämmerung“, eine Space Opera, die in ferner Zukunft spielt und neben der (hoffentlich) abenteuerlichen Handlung auch kosmologische und weltanschauliche Themen behandelt. Der erste Band „Die Gänse des Kapitols“ ist im Frühjahr 2012 erschienen und wurde für sowohl für den Kurd-Laßwitz-Preis als auch für den Deutschen Science Fiction Preis nominiert. Der zweite Band wird voraussichtlich im Frühherbst im Atlantis-Verlag erscheinen.

Götterdämmerung: Die Gänse des Kapitols


Fünfundzwanzig Jahre nach der siegreichen Schlacht vor Joyous Gard bestimmt militärische Routine das Leben auf dem Außenposten Pendragon Base. Als Kommandant Raymond Farr die attraktive Miriam Katana kennenlernt, ahnt er noch nicht, dass diese Begegnung sein Leben verändern wird. Es droht nicht nur die Wiederkehr eines alten Feindes, auch innerhalb der Föderation häufen sich die mysteriösen Ereignisse als Vorboten einer Konfrontation unvorstellbaren Ausmaßes …. hier kaufen!

Was ist Dein aktuelles Buch?

Im Juni ist eine weitere Sammlung unter dem Titel „Die zweite Invasion“ sowohl als Taschenbuch als auch als eBook erschien, die sämtliche Science-Fiction-Erzählungen aus den Jahren 2010 bis 2012 zusammenfasst, darunter auch die mit dem Kurd-Laßwitz-Preis ausgezeichnete Kurzgeschichte „Am Ende der Reise“.

Die zweite Invasion – Legenden der Zukunft


In diesem neuen Erzählungsband führt Frank W. Haubold den Leser in eine ferne Zukunft, in der die Erde für die meisten nur noch eine vage Erinnerung ist. Doch die Herausforderungen, vor denen die Helden seiner Geschichten stehen, unterscheiden sich kaum von jenen ihrer Vorfahren, und auch die ausgefeilteste Technik kann sie nicht vor Gefahren und verhängnisvollen Irrtümern beschützen. Die Episode »Am Ende der Reise« wurde 2012 mit dem Kurd-Laßwitz-Preis für die beste deutschsprachige SF-Erzählung des Vorjahres ausgezeichnet. hier kaufen!

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