Susanne Pavlovic … die mit den Zwergen flüstert

Als “Textehexe” berät Susanne angehende Autoren in ihrer Eigenschaft als Schreibcoach und außerdem ist sie noch als freie Autorin und Lektorin tätig. Ihre Kenntnisse als Zwergenflüsterrin konnte sie übrigens aktuell in der Ausgabe 2 von xtme:phantastik demonstrieren. Auch wenn Susanne Pavlovic bereits zahlreiche Bücher auf dem Jugend- und Sachbuch-Sektor veröffentlicht hat, macht sie kein Geheimnis daraus, dass ihr Herz für die Fantasy schlägt und meint: “Es geht doch nichts über einen herzhaften Drachen, eine Horde ungewaschener Orks oder einen zu allem entschlossenen Schwarzmagier als Überraschungsbesuch.”

Wobei ihr Wohnort, das mittelalterlichen Städtchen Bamberg, sicher die eine oder andere Inspiration zu bieten hat, wenn sie gemeinsam mit ihrem Hund durch die Altstadt streift.

Myra: Wie kam es, dass Du Dich für das Genre „Phantastik“ entschieden hast?

Susanne: Die „Initialzündung“ für mein Leben in und mit phantastischen Welten war dick, rot, in Leinen gebunden und flüsterte „Kauf mich, ich werde Dein Leben verändern“. Das war im Winter 1991/92 in einer Bayreuther Buchhandlung, und die Rede ist natürlich vom Herrn der Ringe. Seitdem habe ich einen Zweitwohnsitz in Mittelerde und einen auf Krynn; und ein Zimmerchen im Keller von Hogwarts ist auch immer für mich frei, wenn ich nicht gerade mit Warp Sieben meine Kumpels im Klingonischen Imperium besuche.
Rückblickend kann ich über meine ersten Schreibversuche sagen: Ein Glück, dass damals das Internet noch nicht erfunden war – denn Windows zeigte mehr blaue Bildschirme als verwertbare Inhalte – und nichts von meinen Erstversuchen an die Öffentlichkeit drang.

Welches Deiner Bücher würdest Du Lesern, die Deine Werke noch nicht kennen, zuerst empfehlen?

Leser, die wenig Zeit ins Kennenlernen investieren wollen, können mit meiner Kurzgeschichte „Eiszeit“ starten. Hier lernen sie den Ich-Erzähler aus „Spielmannslied“ und „Sternenritter“ kennen und können entscheiden, ob sie seine Erzählweise und seinen Humor mögen. Die Handlung ist in sich abgeschlossen, man braucht keine Informationen aus den Romanen.

Eiszeit


Der Spielmann Wolfram von Kürenberg hat es nicht leicht. Um nicht im Straßengraben erfrieren zu müssen, greift er zu einer List – und wird kalt erwischt.
Das ist eine in sich abgeschlossene Kurzgeschichte. – Hier kaufen!

Welches von Deinen Büchern ist Dein „Lieblingskind“?

„Das Spielmannslied“, weil die Figuren darin mir ungeheuer nahe stehen: Krona, die Kriegerin, ist so, wie ich gerne wäre. Wolfram der Spielmann ist die Figur, die mir selbst am ähnlichsten ist, und Sindri polarisiert die Leserschaft: die einen möchten ihn die ganze Zeit nur knuddeln, während die anderen ihn gerne zügig zum Mond schießen möchten. Für mich als Autorin spannend… (Popcorn!)
Außerdem gibt es durch Kronas derben Humor und Wolframs feinen Sarkasmus immer etwas zu lachen.

Das Spielmannslied


Der junge Spielmann Wolfram von Kürenberg hat ein Problem: Er leidet unter chronischem Lampenfieber und vermasselt jeden Auftritt. Von seinem Lehrmeister entlassen, findet er sich im Fahrwassser der ehemaligen Küchenmagd Krona, die den Kochlöffel gegen das Schwert getauscht hat und von großen Taten träumt. Als schließlich noch der charmante, aber anstrengende junge Adelige Sindri aus einem Sauerkrautfass steigt, ist Wolfram schnell klar: Er ist der einzige bei dieser Truppe, der Verstand hat – und Lampenfieber ist sein geringstes Problem. – Hier kaufen!

Welches Deiner Werke sollte man noch lesen?

„Fliegende Fische“, obwohl es ganz ohne Drachen und Schwarzmagier auskommt. Es ist eine Geschichte über schwule Jungs, die Entdeckung der eigenen sexuellen Orientierung und die erste große Liebe. Ich fand es wichtig, ein Buch zu schreiben, in dem Homosexualität nach anfänglichem Erstaunen etwas völlig Normales ist. Bücher, in denen die Helden 200 Seiten brauchen, um ihre Orientierung „zu akzeptieren“ und „anzunehmen“ wie eine schwere Krankheit, haben wir schon genug.

Fliegende Fische


Daniel ist siebzehn, kann Fische handzahm machen und träumt von einer Zukunft als Meeresbiologe. Mick hat einen kompletten Soundtrack für sein Leben, hasst sein
Elternhaus und ist allgemein so angepasst wie eine Katze, die man gegen den Strich streichelt. Beide solo in einer Welt voller verliebter Pärchen, bilden sie zunächst eine Notgemeinschaft. Als sie anfangen, sich zu küssen, wird Daniel klar, dass er nicht länger auf das richtige Mädchen warten muss …. hier kaufen!

Was ist Dein aktuelles Buch?

„Der Sternenritter“. Die Fortsetzung zum „Spielmannslied“ bietet neben der abwechslungsreichen Handlung (Schwertkämpfe, Ritterturnier, ein verzauberter Turm und ein rätselhafter Mord) auch Einblicke in eine verzwickte Familiengeschichte – ich finde es wichtig, dass auch Figuren in Fantasyromanen nicht aus dem Ei schlüpfen.
Zur Zeit arbeite ich an einer klassischen Fantasy-Serie – mit Helden, aber ohne Drachen. Band 1 wird noch im Herbst 2013, erscheinen und Band 2 kommt dann Frühjahr 2014.

Der Sternenritter


Wolfram der Spielmann ist kein Freund von Chaos, aber Chaos ist ein Freund von Wolfram dem Spielmann. Kaum hat er den geheimnisvollen Turm betreten, trachtet man ihm auch schon nach dem Leben. Inmitten einer prachtvollen höfischen Hochzeit ist es schwer, den Überblick zu behalten, und als dann auch noch ein toter Ritter quicklebendig herumspaziert, geraten die Dinge völlig außer Kontrolle. Zu allem Überfluss hat Wolfram noch den jungen Adeligen Sindri an seiner Seite … hier kaufen!

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